Eine Karte ziehen · Was ist Tarot? · Große Arkana
Die Welt
DIE WELT · XXI
Die Welt ist Karte XXI, die letzte Karte der Großen Arkana. In einem großen Kranz tanzt eine in ein Tuch gehüllte Gestalt mit einem Stab in jeder Hand. Ein Engel, ein Adler, ein Löwe und ein Stier füllen die vier Ecken. Aufrecht steht sie für Vollendung, Erfüllung und Harmonie; umgekehrt für etwas Unvollendetes, einen Schritt zu kurz.
Name und Nummer
| Deutsch | Die Welt |
|---|---|
| Englisch | The World |
| Alter italienischer Name | Il Mondo |
| Alter französischer Name | Le Monde |
| Nummer | 21 (XXI) |
Aufrechte Bedeutung
Schlüsselwörter: Vollendung, Erfüllung, Harmonie, ein geschlossener Kreis, die weite Welt
Die Reise, die der Narr bei 0 begann, schließt hier ihren Kreis und ist vollendet. Die Welt ist die Karte, die die Geschichte der Großen Arkana beendet.
Aufrecht steht die Welt dafür, dass lange Arbeit Früchte trägt und ein Kapitel zum Abschluss kommt: ein Ziel erreichen, einen Abschluss machen, ein Projekt beenden. Ein erfülltes Gefühl der Harmonie, in dem alles an seinem Platz ist. Wie die im Kranz tanzende Gestalt ist Vollendung kein Stillstand, sondern eine freudige Bewegung. Sie kann auch für Verbindungen mit anderen Ländern und der weiten Welt stehen. Und dann beginnt bei der nächsten 0 wieder eine neue Reise.
Umgekehrte Bedeutung
Schlüsselwörter: unvollendet, ein Schritt zu kurz, etwas fehlt, kein Abschluss
Umgekehrt liest man die Welt als einen Kreis, der sich noch nicht geschlossen hat.
Fast vollendet, aber unfähig, den letzten Schritt zu tun. Fertig, und doch fühlt sich noch etwas unvollständig an. Sich immer wieder um dieselbe Stelle drehen, ohne einen Schlussstrich zu ziehen. Man liest die Karte als Zeit, die Vollendung nicht zu überstürzen, sondern das Verbleibende Schritt für Schritt abzuschließen.
Was das Bild zeigt
- Der Kranz (ein Lorbeerkranz): ein Zeichen von Sieg und Vollendung. Im Rider–Waite–Smith-Deck ist er oben und unten mit Bändern in Form des Unendlichkeitszeichens gebunden.
- Die tanzende Gestalt: Sie tanzt leicht mit einem Stab in jeder Hand. Wo der Magier einen Stab hielt, sind es hier zwei.
- Die gekreuzten Beine: Im Rider–Waite–Smith-Deck ist ein Bein angewinkelt, wie beim Gehängten.
- Engel, Adler, Löwe und Stier in den Ecken: die vier lebendigen Wesen der Bibel, wie beim Rad des Schicksals. Sie sind die Sinnbilder der vier Evangelisten und werden auch mit den vier fixen Zeichen der Astrologie verbunden. Sie zeigen, dass die vier Elemente der Welt alle vorhanden sind.
Geschichte
Im italienischen Visconti-Sforza-Deck des 15. Jahrhunderts zeigte die Welt zwei kleine Kinder (Putten), die eine Kugel mit einer Burg und einer Stadt darauf emporhalten: ein Bild der irdischen Welt selbst. Auf anderen frühen italienischen Karten steht ein König oder eine Göttin auf der Weltkugel.
Die Form der heutigen Weltkarte entstand im Tarot de Marseille des 17. und 18. Jahrhunderts: In einem ovalen Kranz steht eine in ein Tuch gehüllte Gestalt mit einem Stab in einer Hand, und in den vier Ecken ein Engel, ein Adler, ein Löwe und ein Stier. Der Bildaufbau ähnelt stark dem mittelalterlichen Bild der „Majestas Domini“, Christus in Herrlichkeit, umgeben von den vier lebendigen Wesen.
Das Rider–Waite–Smith-Deck übernahm dies, gab der Gestalt zwei Stäbe und band den Kranz mit Bändern. Als letzte der Großen Arkana gesetzt, wurde die Karte als Vollendung der Reise gelesen, die mit dem Narren beginnt.
Entsprechungen
| Hebräischer Buchstabe | Astrologie / Element |
|---|---|
| Taw (ת) | Saturn |
Vorherige und nächste Karte
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